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Wie entsteht Hagel
Klimawandel: Mehr Hagelereignisse in Europa?
Die Zahl der Schäden durch den Klimawandel steigt. So geht auch die Österreichische Hagelversicherung von einer deutlichen Zunahme "eisiger Bombardements" aus. Ursache sei die weltweite Klimaerwärmung.
Je höher die Temperaturen, desto mehr Wasserdampf gerät in die Atmosphäre, je mehr Wasserdampf, desto mehr Eis kann sich in Gewitterwolken bilden. Die aktuellen Statistiken der Versicherung verbuchen etwa für Anfang September massive Schäden.
Besonders betroffen: Bezirke Oberpullendorf und Leibnitz
Die Schäden der jüngsten Ereignisse beziffert die Hagelversicherung mit rund einer Million Euro. Eisige Niederschläge richteten am 5. September in den Bezirken Oberpullendorf und Leibnitz sowie am 10. September rund um Zistersdorf und im Bezirk Weiz massive Schäden an Wein und Obstkulturen an. Im September gibt es nach den Aufzeichnungen zwischen 1989 und 2001 durchschnittlich an knapp fünf Tagen Hagelfälle in Österreich.
Wie Hagel entsteht
Hagel entsteht in fast allen Gewitterwolken. Dort herrschen starke Auf- und Abwinde, durch die Abkühlung in der Höhe gefrieren die in der feuchten Gewitterluft enthaltenen Wassertröpfchen.
Wie groß die Schlossen werden, hängt vom Feuchtigkeitsgehalt und davon ab, wie oft die Klümpchen auf- und ab transportiert werden. Werden sie zu schwer, fallen sie zu Boden. Unter einer bestimmten Größe schmelzen sie vorher und kommen als Wassertropfen an. In rund zehn Prozent der Fälle erreichen die Eiskörner den Erdboden.
Wenn man in den Sommermonaten irgendwo rund um den Alpenraum für zwei bis drei Wochen Urlaub macht oder dort lebt, ist ein Naturereignis kaum zu vermeiden: Ein schweres Gewitter mit Hagelschlag. Nun sind Blitz und Donner, Sturmböen und Wolkenbruch schon an sich kaum an Dramatik zu überbieten. Aber das I-Tüpfelchen an Naturgewalt ist immer noch der Hagel! Die typische Wetterlage dazu ist schwül-heiße Luft, die enorme Mengen an Wasserdampf speichern kann. Entsteht dann eine mächtige Cumuluswolke, die sich teils bis zu 13 Kilometern vertikal erstreckt, dann droht die Bildung von Hagelkörnern. Es handelt sich dabei um schichtweise vereiste Tropfen von 5 bis über 50 Millimetern, die man oft als taubenei- oder tennisballgroß bezeichnet. Diese Eiskugeln oder Brocken entstehen in gigantischen vertikalen Windschächten innerhalb des Wolkenkerns. Dies Windschlote funktionieren wie riesige Staubsauger und holen mit schier unvorstellbaren Geschwindigkeiten von weit über 100 Stundenkilometern alles an Tröpfchen himmelwärts! Man muss sich also vorstellen, dass im Extremfall tennisballgroße Hagelbrocken entgegen der Erdanziehungskraft einfach vom Luftstrom teils über Kilometer in der Wolke nach oben gerissen werden. Lässt der Wind in größeren Höhen nach, "spuckt" die Wolke die Körner seitwärts aus, sie fallen Richtung Erdoberfläche und werden je nach Dynamik wieder in den Windschacht gezogen, oder sie fallen zu Boden. Wiederholt sich dieser Vorgang entsprecht oft, lagern sich Eisschicht um Eisschicht an und formen so diese großen Hagelkörner. Hagelschläge sind meist auf engem Raum von einigen hundert Quadratmetern oder wenige Quadratkilometer begrenzt, können dort aber als "Hagelstriche" verheerende Schäden anrichten.
Eines der größten Hagelunwetter mit Versicherungsschäden über einer Milliarde DM war das Unwetter rund um München am 12. Juli 1984. Auf Grund dieses Ereignisses wurden sogar staatliche Mittel für ein mehrjähriges Hagelforschungsprojekt aktiviert. Die Ergebnisse waren
jedoch eher bescheiden, da man ein Hagelunwetter selten präzise vorhersagen kann. Es bleibt meist bei der Vorwarnung, dass erhöhtes Hagelrisiko besteht. Ist es mal in unmittelbarer Nähe soweit, erkannt man die Hagelträchtigkeit am Himmel an einer leicht gelb-grünen Wolkenverfärbung, während die Umgebung eher hell- bis dunkelgrau ist.
Schäden für die Landwirtschaft
Wie sehr ein Hagelereignis die Landwirtschaft schädigt, hängt laut Versicherung nicht nur von der Intensität ab, sondern auch von den jeweiligen Kulturpflanzen. So hat etwa Getreide im frühen Wachstumsstadium eine sehr hohe Regenerationskraft und zeigt keine nennenswerten Schäden.
Später, bei so genannten Schlossen, können Blattscheidendurchschläge zu Quetschungen der Samenanlage und damit zu Ährenschäden führen. Sehr oft sind in diesem Stadium auch Blattscheidenknickungen zu beobachten, auch dabei drohen Deformierungen der Ähre.
Bei sehr heftigen Hagelunwettern können mehrmalige Halmknickungen oder Halmzerreißungen zu Totalausfällen führen. Bei reifen Getreidebeständen führen Halm- und Ährenabschläge zu Totalverlusten.
Beispiel Mais:
Bei Mais haben Blattflächenverluste und Blattzerschlitzungen je nach Entwicklungsstadium unterschiedliche Auswirkungen. Mittelrippenbrüche führen zur Unterbindung der Leitgefäße und wirken sich ertragsmindernd aus. In Beständen, die sich während des Hagels in der Blüte befinden, kann es mitunter auch zu Befruchtungsstörungen kommen. Schwere Hagelunwetter in Verbindung mit Sturm zeigen bei Mais ein Bild der Verwüstung.
Stärkster Hagelmonat: Juli
Als stärkster Hagelmonat gilt der Juli. An durchschnittlich 17,7 Tagen ereignen sich irgendwo in Österreich Hagelgewitter. Im August ist die Situation mit 16,8 und im Juni mit 16,4 Tagen nicht viel besser. Praktisch keine Hagelereignisse ereignen sich zwischen November und Februar.
Literatur- und Webtipps zum Thema Hagel und Hagelschaden
Über das Wetterphänomen Hagel können Sie sich bei der Wikipedia informieren.
Ob Ihre Region von Hagel bedroht ist, können Sie bei Skywarn überprüfen.
Berichte über schwere Hagelunwetter in Deutschland und anderswo finden Sie bei unwetter.de / sturmwetter.de / unwetterzentrale.de
Ausführliche Informationen zu extremen Wetterereignissen finden Sie bei der OcCC.
Das Thema Hagelschaden und Versicherung ist am besten abgehandelt bei abc-recht.de.
Überregional tätige Spezialisten für die Hagelschadenreparatur sind Hagelfix und Ding King.
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